Mittwoch, 14. September 2011
Cilento - das unberührte Italien
Das Gebiet des "Cilento" befindet sich in der Region Kampanien im südlichen Italien. Seit dem Jahre 1991 sind bedeutende Teile des Gebietes ein Nationalpark und im Jahre 1998 wurde die Gegend zum UNESCO-Welterbe erklärt. Das Cilento bietet rund 100 km Küste, zahlreiche Berge im Hinterland sowie etwa 200 kleine, meist mittelalterliche Ortschaften.



Verwinkelte kleine Gassen, Häuser mit mittelalterlichen Fassaden, Karten spielende Männer auf der Piazza, Einheimische beim Plausch vor kleinen Läden und Bars sowie ein tunnelartiges Stadttor - diese Attribute prägen das typische Bild eines Ortes im Cilento. Vielfach kann man hier über steile Treppenpfade zu schönen Aussichtspunkten gelangen, an denen man den Blick über das Meer bis hin zur Insel Capri schweifen lassen kann.

Die faszinierende Landschaft des Nationalparks Cilento wird geprägt durch immergrüne Olivenbäume, unberührte Berglandschaften bis zu 1.900 m Höhe und den langen Küstenabschnitt mit feinen Sandstränden, Buchten, Grotten, Steilufern sowie kobaltblauem Meer. Der Cilento gehört zu den großen Nationalparks in Italien und umfasst neben dem vorgelagerten Uferbereich noch ca. 215 000 ha Landfläche.

Im Cilento befinden sich neben der Flora und Fauna auch historische Bauwerke, wie etwa die Kartausen von Padula oder Städte wie Paestum oder Elea, welche bereits von den Griechen gegründet wurden. Und hier findet man es noch, das unentdeckte Italien, und hat das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben. In den verschlafenen, kleinen Ortschaften nehmen die Bewohner den Besucher mit unverfälschter Herzlichkeit und wohlwollender Neugier auf.

Die Pasta wird noch jeden Tag selbst gemacht, von Hand und selbstverständlich aus rein ökologischen Produkten der Region. Jeder Ort hat seine eigene Spezialität, die auf den traditionellen Dorffesten in allen möglichen Variationen zur Verköstigung bereit gestellt wird. Selbstgemachter Ziegenkäse, Gnocchi, Pasta, Feigen, Schinken und Wein werden gereicht. Empfehlenswert ist der Besuch von Roscigno Vecchio, einem romantischen Bergdorf. Dort wird noch das Bild eines typischen Cilento-Dorfes aus den vergangenen Jahrhunderten gepflegt. Deutschsprechende Animateure, lärmende Diskotheken und Massentourismus sucht man hier vergebens.

Für Sonnenanbeter und Badefreuden gibt es einen breiten, mit feinem Sand versehenen Küstenstreifen von über 8 Kilometer Länge, der keine Wünsche offen lässt. Dieser Badestrand reicht von Casalvelino bis nach Ascea; sogar Dünen von 2-3 Meter Höhe sind vorhanden. Das Meer läuft hier über Sandbänke an den Strand und man kann weit hinauslaufen oder schwimmen - also ein idealer Tummelplatz für Familien mit Kindern.

Selbst im Sommer kann man im Cilento mit durchaus angenehmen Temperaturen rechnen. Durch die im Tagesverlauf entstehenden Berg- und Tal-Winde bleiben die Temperaturen im Bereich von etwa 25-30 Grad an der Küste, während sie in den Bergregionen nur bis 20 Grad ansteigen oder sogar noch darunter liegen.

Und noch ein kleiner Geheimtipp: Vom Fischerhafen in San Marco kann man eine Bootstour zur Insel Licosa und zur Bucht von Ogliastro buchen. Die kleine Insel Licosa wurde vor Jahrtausenden von einem Seebeben heimgesucht und dabei vom Festland abgetrennt. Noch heute kann man im Meer die eigenartige Felsstruktur und zum Teil die Überreste der ehemaligen Siedlung Leucosia unterhalb der Wasseroberfläche erkennen. Bei schönem Wetter empfiehlt sich unbedingt ein Schnorchelausflug in diese einmalige Unterwasserwelt.

Fazit: Brauchbare Badetemperaturen von Mitte April bis Anfang November, vielfältige Wandermöglichkeiten an der Küste und im Landesinneren, Traumtouren für Radfahrer und zahlreiche andere Sportmöglichkeiten sowie eine köstliche, einfache italienische Küche machen den Cilento zu einem wahrhaften Urlaubs-Paradies.

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